20.01.2020

Sowas sagt man einfach nicht!

Das verpatzte Zeitungsinterview von Susanne Eisenmann.

#Rhetorik #Politik #Fehler Susanne Eisenmann will es wagen. Mit ihrer CDU Baden-Württemberg wieder für die gottgewollte Ordnung im Ländle sorgen. Und den immergrünen Polit-König Kretschmann von der Landesspitze verdrängen.

Immerhin: Der König hat reagiert. Und vor Weihnachten gegrollt, Eisenmann habe bereits zu Unzeiten mit dem Wahlkampf begonnen. Sie kann also zufrieden sein. Wenn der König sein Haupt neigt, den Gegner wahrnimmt und das auch noch in der Öffentlichkeit dokumentiert – dann ist es das beste Zeichen dafür, dass der Kretschmann die Eisenmann nicht auf die leichte Schulter nimmt.

Wichtig: Sie sollte in dem Spiel nun keine Fehler machen. Hat sie aber. Am Wochenende. In der Stuttgarter Zeitung. Dort wird wie folgt aus einem Interview zitiert: „Die Menschen würden bei Wahlen über Persönlichkeit und inhaltliche Konzepte entscheiden – immer kurzfristiger, mit immer weniger Bindung an Parteien und mit immer weniger Wertschätzung für das, was bereits geleistet worden sei. „Dankbarkeit ist in der Politik kein Kriterium.“

Das ist strategisch falsch und inhaltlich töricht. Und vermutlich auch umgekehrt.

Denn – erstens: Wenn man gewählt werden möchte, sollte man den Wählern nicht so direkt ins Gesicht sagen, was man von dem undankbaren Pack so hält.
Und – zweitens: Wenn man gewählt werden möchte, sollte man die Wähler nicht an fällige Dankbarkeit gegenüber dem Amtsinhaber erinnern.

Frau Eisenmann mag sich grämen, dass ihr in der Politik keine Dankbarkeit entgegenschlägt. In Interviews aber gehören das nicht. Sondern Kritik am Gegner, Forderungen, Programme.

Sonst kann der König sein Haupt wieder richten und getrost in die eigene politische Zukunft schauen. Sowas würde Kretschmann nämlich nie sagen. Er gehört für mich zu den Hidden-Champions der Wahlkampf- und Führungsrhetorik. Ich werde mich zu gegebener Zeit hier näher mit ihm beschäftigen. #Excellence_In_Storytelling

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